Facts

Urlaubsort: Ostseeressort Olpenitz bei Kappeln an der Schlei
Unterkunft: Ferienwohnung „Seestern“ (ohne Verpflegung) 
https://www.booking.com/hotel/de/seestern-kappeln.de.html *
Dauer: 1 Woche (7 Übernachtungen) von Samstag-Samstag
Anreise: mit eigenem Auto, ca. 5 1/2 Stunden Fahrt von Düsseldorf
Kosten: 750€ für Ferienwohnung/2 Personen (inkl. Bettwäsche und Handtücher, kurtaxfrei)


Durch die Corona Pandemie ist der Tourismus fast komplett zum Erliegen gekommen. Selbst oder gerade innerhalb von Deutschland war monatelang gar nichts möglich – geschlossene Hotels, Campingplätze und Ferienwohnungen überall. Und plötzlich tauchten die ersten zagen Öffnungsversuche auf – die sogenannten Tourismus Modellregionen. Dank der stets niedrigen Inzidenzzahlen wollte Schleswig-Holstein als erstes Bundesland wieder Touristen willkommen heißen, natürlich nur mit einem klaren Hygienekonzept und regelmäßigen Tests. 

Die Bedingungen und Unsicherheit konnten uns nicht davon abhalten, den Urlaub zu buchen. Endlich mal wieder rauskommen, endlich mal wieder frische Meeresluft schnuppern, endlich mal wieder was Neues erleben! 🙂 So urlaubsreif fühlten wir uns noch nie. Umso glücklicher waren wir, dass wir für Mitte Mai tatsächlich noch eine schöne Ferienwohnung für 1 Woche an der Schlei an der Ostsee ergattern konnten. Juchuhhhh!!


Was bedeutet eigentlich Tourismus Modellregion? 

Touristen mussten sich bei der Buchung bereits einverstanden erklären, den jeweiligen Bedingungen der Tourismus Modellregion zuzustimmen. Dazu musste die Einverständniserklärung an das Hotel oder den Vermieter unterschrieben zurückgeschickt werden. Folgende Regeln galten in der Schlei-Region:

  1. Nachweis eines negativen Antigen Schnelltests oder PCR Tests bei Anreise (der Nachweis konnte an Ferienwohnungsvermietern elektronisch per Scan übermittelt werden)
  2. spätestens alle 3 Tage einen erneuten Nachweis eines negativen Antigen-Schnelltests am Urlaubsort (kostenlose Testcenter standen an den Urlaubsorten zur Verfügung, Abreisetag war ausgenommen)
  3. Benutzung der Luca App zur Nachverfolgung (Tracking in Unterkunft, Restaurants, Geschäften und Freizeiteinrichtungen)
  4. sofortige Abreise (mit eigenem Auto) oder Quarantäne bei positiven Testergebnis (dabei erfolgt die Abreise oder zusätzliche Quarantäneunterbringung auf eigene Kosten, nicht erfolgte Übernachtungen werden jedoch zurückerstattet)
  5. sofortige Absage oder Abreise bei steigenden Inzidenzzahlen über 50 in der Region (auch hier würden nicht angetretene Übernachtungskosten erstattet werden, auch bei kompletter Stornierung, nicht jedoch weitere Ausgaben wie die An-und Abreise)
  6. allgemeine Beachtung der Maskenpflicht und Abstandsregeln

 

Wie ihr seht galt es einige Regeln zu befolgen. Es war ein stetiges Bangen, ob der Urlaub so verlaufen kann wie gewünscht. Vor der Reise traute ich mir angesichts der deutschlandweiten hohen Infektionszahlen noch keine rechte Vorfreude zu, doch Schleswig-Holstein blieb zum Glück stabil. Vor Ort traten wir jedes Mal etwas aufgeregt zum Test an und waren umso erleichterter, 3 weitere Tage sicher zu haben. Letztendlich konnten wir die ganze Woche auskosten und sind so froh darüber. Nun möchte ich euch aber lieber von unseren Eindrücken und Erlebnissen aus dieser besonderen Urlaubswoche erzählen.


Übernachtung im Ostseeressort Olpenitz

Ferienwohnung Seestern

Glücklicherweise konnten wir unsere Auszeit in einer besonders schönen Ferienwohnung namens „Seestern“ im Ostseeressort Olpenitz genießen. Die moderne Wohnung bietet auf etwa 51 m² genügend Platz und Komfort für 2 Personen (notfalls auch bis zu 4, wenn man das Schlafsofa mitbenutzt) – mit einem großzügigen Wohn- und Essbereich mit Küche, ein separates Schlafzimmer mit Doppelbett und ein modernes Bad mit ebenerdiger Dusche. Die Küche ist voll ausgestattet mit Herd, Mikrowelle, Kaffeemaschine und allerlei Geschirr, Töpfen und sonstigen Utensilien. Es ist auch eine Waschmaschine und Bügeleisen vorhanden. Vor allem ist die Wohnung mit viel Liebe zum Detail eingerichtet und die Ostsee-Deko versprüht direkt Urlaubsfeeling.

Das Highlight der Wohnung ist jedoch der Ausblick vom Balkon und Fenster. Wasser soweit das Auge reicht. Ihr schaut hier auf das Hafenbecken und die schwimmenden Häuser des Ostseeressorts. Dahinter liegt direkt die Schleimündung. Und in noch weiterer Ferne erspäht man noch die Ostsee. Besonders zum Sonnenaufgang und in der Abenddämmerung ist der Blick bei schönem Wetter wirklich ein Traum! Perfekt, um morgens seinen ersten Kaffee auf dem Balkon zu genießen oder sich abends im bequemen Relaxsessel in eine Decke einzukuscheln. 

Die Buchung erfolgte über Booking.com und den Vermietungsservice Port 54. Ihr habt aber auch eine große Auswahl über spezielle Ferienhausvermittler wie z.B. Novasol und über die eigene Tourismusseite der Schleiregion. Den Schlüssel konnten wir in diesem Fall per übermittelten Code aus einem Safe selbst abholen.

Hier nochmal unser Buchungslink * :  https://www.booking.com/hotel/de/seestern-kappeln.de.html

Ostseeresort Olpenitz

Das Ostseeressort Olpenitz bietet seinen Gästen unzählige verschiedene Ferienhäuser und Ferienwohnungen – darunter sogar schwimmende Häuser mit eigenem Bootsanleger, schnuckelige Holzhäuschen im Ferienpark unweit vom Strand und moderne Luxushäuser mit Whirlpool und Ausblick auf die Schleimündung. Bei einem langen Spaziergang habe ich all die verschiedenen Unterkünfte bestaunt.

Neben unserem Gebäude „Klabautermannhaus“ gibt es direkt einen Edeka-Supermarkt und Bäcker vor Ort (dort war praktischerweise auch das Testcenter untergebracht). Für größere Einkäufe lohnt es sich aber eher zum Aldi nach Kappeln zu fahre. Die sonstige Infrastruktur des Ressorts ist noch etwas dürftig, es gibt immerhin einen kreativen Minigolfplatz, eine eigene Hafenanlage und zwei Dekoläden, jedoch leider keine Gastronomie. Jede Wohnung oder Haus hat seinen eigenen zugewiesenen Parkplatz und es gibt auch eine Busanbindung nach Kappeln.

Einst war der Port Olpenitz ein Marinestützpunkt. Von 1964 bis 2004 waren hier bis zu 1850 Soldaten stationiert. Der Startschuss zur Bebauung des ca. 168 Hektar großen Grundstücks (mit Wasserflächen) zum Feriendorf wurde 2009 gegeben, ein gewagtes Projekt mit zwischenzeitlicher Insolvenz und Verkauf an weitere Investoren. Die Bauphase ist immer noch nicht abgeschlossen – im Gebäude direkt neben unserer Wohnung entstehen zum Beispiel weitere Ferienwohnungen. Insgesamt sollen es mal 2500 Betten werden.

Weidefelder Strand

Der vom Ostseeressort nächstgelegene Strand ist der Weidefelder Strand. Von unserer Wohnung waren es 2,7km, während das Feriendorf in unmittelbarer Strandnähe liegt. Hier findet sich ein typischer Ostseebad-Strand mit weiß-blauen Strandkörben und weiten Blick auf das Meer. Am unteren Ende ist ein Hundestrand, am oberen Ende findet sich der FKK Bereich (witzigerweise in Sichtweite der zukünftigen Ferienunterkünfte – ob das ein extra Bonus wird? 😉 ).

Wer zu faul zum Laufen ist, kann den Strand auch schnell mit dem Auto erreichen, der große Parkplatz ist jedoch gebührenpflichtig. Hier findet sich auch das Strandrestaurant Lobster. Am Imbiss haben wir nach unserer Ankunft erstmal unsere erste Fischfrikadelle im Brötchen verzehrt. Es gibt auch diverse andere Fischbrötchen, kühle Getränke und Eis.

Leider hatten wir meist so gar kein Strandwetter, eher Regen, Wind und kühle Luft. Das konnte uns trotzdem nicht davon abhalten, in einer Regenpause am Strand entlangzulaufen. Ein herrliches Gefühl mal wieder am Meer zu sein und die salzige Luft zu schmecken!

Ausflüge an der Schlei & Umgebung

Da wir zum ersten Mal in der Schleiregion und an der deutschen Ostsee unterwegs waren, gab es natürlich auch einiges zu erkunden. Das Leben hier oben im Norden scheint eine Spur gelassener zuzugehen und wir haben uns von dieser Ruhe anstecken lassen und ein gemütliches Tempo an den Tag gelegt. Nachfolgend kommen jetzt vier verschiedene Ausflugstage durch das schöne Schleswig-Holstein.

Kappeln an der Schlei

Das schöne Kappeln an der Schlei ist auf jeden Fall einen Ausflug wert, zumal von Olpenitz (Stadtteil von Kappeln) aus die nächsten Restaurants an der Hafenpromenade liegen. Kappeln ist ein Handels- und Fischereiort mit einem Hafen und mehreren Sportboothäfen. Es leben hier etwa 8600 Einwohner.

Mehr über Kappeln auf der Tourismus-Seite: https://www.ostseefjordschlei.de/regionen/kappeln

Hafenpromenade

Der Weg nach Kappeln und über die Schlei führt über eine Klappbrücke, die sich tagsüber im Stundentakt einmal für den Schiffsverkehr öffnet (immer um x.45 Uhr). Das Ereignis konnten wir besonders gut vom Schiffdeck vor der Abfahrt beobachten. Eine weitere Sehenswürdigkeit liegt ebenfalls mitten in der Schlei – der alte Heringszaun aus dem 15.Jahrhundert. Diese alte Fischfangmethode, in denen sich die Heringe wie in einem Labyrinth verfangen und so leicht abgefischt werden können, ist der letzte Überbleibsel dieser Art in Europa und somit einzigartig.

Entlang der breiten Hafenpromenade lässt es sich schön mit Ausblick auf die Schlei bummeln. Es befindet sich auch ein Museumshafen sowie ein Schleimuseum, das die Geschichte der Seefahrt und Fischerei näher erläutert, in Kappeln. Diese habe ich aber selbst nicht besucht. Entlang der Hafenpromenade sind eine Vielzahl von Restaurants und Cafés, zwei Lokale haben wir davon auch besucht (siehe Abschnitt Gastronomie). 

Durch die kleinen Gassen

Aber auch abseits des Hafens lohnt sich ein Bummel durch die kleinen Gassen der Altstadt. Zum Beispiel könnt ihr von der Promenade in Richtung der alten Aalräucherei Föh einkehren , dessen drei Schornsteine mit den Worten „Aal“ das Stadtbild als Wahrzeichen mitprägen. Hier soll es auch sehr gute Fischspezialitäten zum Essen und Mitnehmen geben (wir haben leider die Öffnungszeiten verpasst).

Von hier führt eine hübsche Steintreppe hinauf zur St. Nicolaikirche. Im spätbarocken Stil wurde sie von 1789-1793 erbaut. Drumherum laden Bänke zu einer Pause unter schattigen Bäumen ein. Dann lasst euch einfach durch die hübschen kleinen Gassen und über den Rathausmarkt treiben. Am Ende der Poststraße haben wir noch diesen hübschen Kirschbaum bewundert, hier im Norden blüht anscheinend alles etwas später.

Windmühle Amanda

Die Mühle im holländischen Stil seht ihr schon aus der Ferne von der Schleibrücke, schließlich ist sie mit 32m auch die höchste Windmühle in Schleswig-Holstein. Die Mühle wurde 1888 als Sägewerkbetrieb wiederaufgebaut, nachdem die erste Mühle einem Feuer zum Opfer gefallen ist und steht unter Denkmalschutz. In ihr ist heute die Touristinfo und sogar ein Trauzimmer untergebracht. Bei der Vorbeifahrt haben wir einen kurzen Fotostop angelegt. Coronabedingt war sie leider noch nicht geöffnet, sonst hätte man von der Galerie sicherlich einen schönen Ausblick genießen können.

Mit dem Schiff von Kappeln nach Schleimünde

Wenn man schon so viel Wasser um sich habt, muss man auch einfach mal aufs Wasser hinaus. Eine empfehlenswerte Tour ist mit dem Raddampfer „Schlei Princess“ von Kappeln über Maasholm bis zur Lotseninsel Schleimünde und zurück zu tuckern. Den ersten sonnigen Urlaubstag haben wir dafür direkt ausgenutzt.

Anbieter: Reederei Gerda Müller mit dem Schleiraddampfer „Schlei Princess“
Startpunkt/Ticketschalter: Am Hafen, 24376 Kappeln (am Anfang der Hafenpromenade gegenüber vom Heringszaun)

Abfahrtzeiten: jeweils um 11.45 Uhr und 14.45 Uhr (Tour nach Schleimünde),
weitere Touren siehe unter Fahrplan auf der Website

Dauer: ca. 2 Stunden 10min
Kosten: 16€ p.P. für Hin-und Rückfahrt, 8€ für Kinder (5-16 Jahre), Kinder unter 5 kostenfrei
Hinweis: Zutritt nur bei Nachweis eines max. 24h alten Schnelltests oder Impfnachweis
Link: https://www.schleiraddampfer.de

Wir haben uns für die Abfahrt um 11.45 Uhr entschieden. Von der frischen Testung am Morgen in Olpenitz sind wir direkt nach Kappeln geeilt, wo wir vor Ort noch unsere Fahrkarten erstanden haben. Eine Reservierung ist nicht notwendig, für gute Plätze an Deck solltet ihr aber nicht zu spät an Bord gehen (45min vor Abfahrt möglich). Aufgrund des Hygienekonzeptes ist zur Zeit nur jede zweite Bank benutzbar und wir hatten noch Glück ein schönes sonniges Plätzchen an der Reling zu ergattern. Am Platz ist das Tragen der Maske nicht mehr notwendig und vom Bordservice konnten wir kühle Getränke ordern.

Wir starten am Kappeler Hafen mit Panoramablick auf die Promenade, die Schleibrücke und den Heringszaun. Mit einem lauten Hupen nehmen wir Fahrt auf. Vorbei geht es an den Fischerei- und Yachthäfen von Kappeln bis leuchtende Rapsfelder am Ufer auftauchen. Auf der anderen Seite säumt der waldige Ellenborger Forst das Ufer. An der engen Stelle am Rabelsund liegen wunderschöne Reethäuschen. 

Maasholm

Wir nähern uns dem kleinen Ort Maasholm, wo das Schiff gegen 12.15 Uhr anlegt. Hier können theoretisch noch weitere Fahrgäste zu- oder aussteigen. Das kleine Örtchen in der Nähe der Schleimündung hat einen umso größeren Yachthafen zu bieten, dessen viele Segelboote im Wind schwanken und klirren. Unterwegs kommen uns immer wieder Segelboote entgegen, deren Steuerleute uns freundlich zuwinken.

Lotseninsel Schleimünde

Wir steuern nun der Lotseninsel entgegen. Diese kann nur per Ausflugsdampfer oder eigenem Boot erreicht werden. Der Landweg über die anliegende Halbinsel ist als Landschafts- und Vogelschutzgebiet ausgewiesen und nicht durchfahrbar. Ein toller Ausblick auf drei einsame Bäume mitten auf dem Wasser und schließlich der grün-weiße Leuchtturm an der Spitze.

Gegen 12.35 Uhr erreichen wir schließlich Schleimünde, wo der Ostseefjord Schlei in die Ostsee mündet. Auf der Lotseninsel haben wir nun eine halbe Stunde lang Landgang. Groß ist das Inselchen nicht und es gibt gerade einmal ein Lokal, die Giftbude. Dahinter liegt ein kleiner Strand, der übersät von Muscheln ist.

Der grün-weiße Leuchtturm ist ein besonders beliebtes Fotomotiv. Da die meisten Fahrgäste über die Kaimauer direkt zum Leuchtturm wandern, bevorzugen wir es das Motiv von kleinen Strand und der Mauer aus einzufangen. Es ist einfach schön, die Atmosphäre zu genießen – mit dem weiten Blick übers Meer und der salzigen Luft in der Nase. Herrlich!

Mit lauten Hupen werden wir pünktlich an die Rückfahrt erinnert. Auf der gleichen Strecke über Maasholm zurück nach Kappeln können wir noch einmal den Fahrtwind und das glitzernde Wasser in der Sonne genießen. Unseren Ausgangspunkt in Kappeln erreichen wir wieder gegen 13.55 Uhr. War eine tolle Fahrt bei schönstem Sonnenschein, richtiges Urlaubsfeeling! 🙂

Autotour entlang der Schleidörfer – von Arnis bis Schleswig

Ein weiterer schöner Ausflug und quasi ein Muss in dieser Region ist der Besuch der kleinen Schleidörfer entlang des Ostseefjords. Mit dem eigenen Auto ist eine tolle Tour mit individuellen Stops möglich, wo man gerade Lust drauf hat. Wir haben Halt in Arnis, am Ufer der schlei bei Ulsnis, auf Reesholm/Schaalby, in Schleswig und Haithabu gemacht.

Die Schlei ist tatsächlich kein Fluss, sondern ein Meeresarm oder Förde der Ostsee. Wobei das geologisch wohl auch nicht ganz korrekt ist, aber wer kennt schon eine glaziale Rinne?! Der Tourismusverband wirbt dessen ungehindert mit dem Ostseefjord Schlei. Klingt ja auch viel schöner! Fest steht, dass sich die Schlei 42 km lang von Schleimünde durch das Land bis nach Schleswig schlängelt. Sie ist gerade mal 3m tief im Durchschnitt (das spricht schon mal gegen den Fjord) und ist mit Brackwasser gefüllt. An den Ufern finden sich viele naturbelassene, seeähnliche Buchten – Noore genannt.

Mehr zu den Schleidörfern auf der Tourismusseite: https://www.ostseefjordschlei.de/regionen/schleidoerfer

Arnis

Von Olpenitz durchfahren wir Kappeln (das kennen wir ja schon) und halten uns an die Schilder Richtung Arnis – einem kleinem Ort auf einer Halbinsel in der Schlei. Arnis ist die kleinste Stadt Deutschlands – sowohl hinsichtlich ihrer Fläche (0,45 km²) als auch ihrer Einwohnerzahl (300). 

Groß verlaufen könnt ihr euch hier also nicht. Die Lange Straße ist dennoch sehr sehenswert und schnuckelig mit seinen teils historischen Häuschen und seinem nordischen Charme. Hier pfeifen überall die Spatzen von den Dächern und veranstalten richtig Radau. Zurück könnt ihr euch auf einem kleinen Weg hinter den Gärten begeben mit Blick auf den Hafen. Das war dann auch schon der kleine aber feine Rundgang.

Unterwegs an der Schlei

Wir genießen die entspannende Fahrt durch das viele Grün, die leuchtend-gelben Rapsfelder und die kleinen Dörfer. Das ist hier mal entspanntes Fahren. In einem kleinen Ort bei Ulsnis halten wir nochmal am Ufer der Schlei ein. Hier entdecken wir einen Ministrand, wo wir eine kurze Pause bei Sonnenschein genießen. Im Sommer eignet sich das bestimmt auch super als Badestelle.

Naturschutzgebiet Reesholm

Den nächsten Stop legen wir im Naturschutzgebiet Reesholm ein. Hierzu parken wir an der Naturbadestelle Winningmay, was anscheinend auch eine beliebte Stelle bei Surfern ist. Wir wandern am Ufer entlang auf die naturbelassene Halbinsel, die als Vogelschutzgebiet dient. Man darf hier nur auf dem ausgeschilderten Weg bleiben, am Wegesrand sind Informationen über heimische Vogelarten ausgewiesen. Leider entdecken wir nur ein paar Spatzen und Enten. Dafür haben wir einen schönen Blick auf die von Reetgras umrahmte Schlei.

Am Ende des Spazierwegs befindet sich noch ein hölzener Aussichtsturm mit Blick auf die – leider leeren – Vogelbrutreviere. Angeblich sollen es hier sehr viele Kiebitze geben, war wohl noch nicht die Zeit. 

Schleswig

Weiter geht es an den größten Ort an der Schlei – Schleswig! Am Hafen gönnen wir uns beim „Zander’s Nordlicht“ erstmal einen leckeren Backfisch. Richtig gut! Natürlich liegen hier im Hafen auch wieder zahlreiche Segelboote und Yachten vor Anker, denn hier ist die Schlei am breitesten. 

Die Altstadt von Schleswig (gegenüberliegend vom Hafen) ist auch wirklich hübsch. Es lohnt sich durch die kleinen, engen Gassen zu schlendern. Der St.Petri Dom wirkt wie ein Gigant inmitten der kleinen Häuschen. Fast schon eine mittelalterliche Atmosphäre.

Unbedingt anschauen solltet ihr euch die historische Fischersiedlung Holm. Der Name stammt aus dem Dänischen und bedeutet so viel wie „kleine Insel“. Auf einer kleinen Insel vor Schleswig entstand schon um das Jahr 1000 dieses Viertel, wo hauptsächlich Fischer und Handwerker lebten. Noch heute besitzen die letzten verblieben Fischer das freie Fischrecht auf der Schlei. 

Für Touristen sind die süßen Häuschen ein echt toller Fotospot und einen kleinen Bummel durch die kleinen Gassen wert. Zentraler Punkt des Holmens bildet ein kleiner Friedhof, um den die Häuser kreisförmig angeordnet sind. Der Friedhof gehört der „Holmer Beliebung“, eine noch heute tätige Totengilde, die 1650 nach dem 30jährigen Krieg gegründet wurde. Sehr ausgefallen!

Mehr über Schleswig auf der Tourismusseite: https://www.ostseefjordschlei.de/regionen-und-staedte/wikingerstadt-schleswig

Schloss Gottorf

Weiter westlich in Schleswig und gut mit dem Auto zu erreichen liegt die Museumsinsel mit dem Schloss Gottorf. Das weiße Barockschloss blickt auf über 800 Jahre Geschichte zurück. Einst wurde es als mittelalterliche Burg errichtet, dann zu einer Festung in der Renaissance umgebaut bis es schließlich seinen heutigen Barockcharakter erhalten hat. Heutzutage beherbergt das Schloss bedeutende Museen – wie das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte und das Archäologische Landesmuseum – sowie einige erhaltene Schlossräume, wechselnde Ausstellungen und Kulturveranstaltungen.

Wir haben die imposante Fassade des Schlosses bewundert und sind einmal um das Gebäude und ein paar der Nebengebäude (ehemalige Stallungen) herumgelaufen. Im Museumsgarten sind einige Skulpturen ausgestellt. Eine schöne Anlage und bestimmt auch interessante Museen! 

Wikingermuseum & Häuser
Adresse:
Schlossinsel 1, 24837 Schleswig

Öffnungszeiten: montags geschlossen, werktags 10-17 Uhr, Wochenende 10-18 Uhr
Eintritt: 10€ für Erwachsene, 8€ ermäßigt, 3€ Kinder
Link: https://schloss-gottorf.de

Wikingersiedlung Haithabu

Letzte Station war die historische Wikingersiedlung Haithabu am Ufer der Schlei in der Nähe von Schleswig. Die Siedlungen Haithabu und Danewerk zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im frühen Mittelalter um 770 gegründet, diente er als wichtiger Handelsort und Umschlagsplatz für die dänischen Wikinger. Von der Nordsee zur Ostsee verlief hier der historische Ochsenweg, auf dem Handel getrieben wurde. 1066 wurde die Siedlung zerstört.

Das Wikingermuseum Haithabu in der Nähe des Halbkreiswalles informiert ausführlich über die Geschichte der Wikinger und ihrer Siedlung. Leider hat das Museum nur bis 17 Uhr geöffnet und es war aus Zeitgründen nicht mehr beides machbar. 

Wir haben es bevorzugt, die nachgebaute Siedlung zu besuchen. Dazu müsst ihr vom Museum allerdings einen 1,4km langen Spaziergang komplett über den Danewerk-Halbwall in Kauf nehmen (das hätte tatsächlich zeitlich nicht mehr mit dem Museum geklappt). Unterwegs könnt ihr alte Schaf- und Rinderrassen begegnen. 

Dank der Ausgrabungen konnten im Jahre 2008 sieben rekonstruierte Wikingerhäuser als Freilichtmuseum wieder zum Leben erweckt werden. Dabei wurden nur Materialien und Werkzeuge aus der Wikingerzeit verwendet, um es so naturgetreu wie möglich zu halten – mit Lehmwänden und Reetdächern. Durch das Dorf verlaufen die typischen Bohlenwege (Holzstege), ein Bach und eine Mole. Es gibt auch einen Markt und einen Schiffsanleger mit einem echten Wikingerboot.

Wir konnten auf eigene Faust die Nachbauten erkunden, durch die Räume gehen und uns ein bisschen ins alte Wikingerleben hineinversetzen. Hier gab es Herbergen mit Schlafplätzen und Kochstellen, ein großer Speiseraum und verschiedene Handwerkstätten – vom Fischer bis zum Weber. Die Nachbauten sind wirklich bemerkenswert geworden und auch die Schwalben haben sich in den Häusern wohl gefühlt. 

Wikingermuseum & Häuser
Adresse:
Am Haddebyer Noor 3, 24866 Busdorf

Öffnungszeiten: täglich 9-17 Uhr
Eintritt: 9€ für Erwachsene, 7€ ermäßigt, 3€ für Kinder
Link: https://haithabu.de

Ein Tag im hohen Norden in Flensburg

Einen ganztägigen Ausflugstag haben wir im schönen Flensburg verbracht. Sie ist die nördlichste kreisfreie Stadt Deutschlands unweit der dänischen Grenze und malerisch an der Flensburger Förde gelegen. Von Olpenitz haben wir gut 50 Minuten mit dem Auto gebraucht. 

Mehr über Flensburg auf der Tourismusseite: https://www.flensburger-foerde.de

Spazierweg entlang der Förde & Norderstraße

Vom Parkplatz am Ostufer des Hafens (Hafendamm 505, 24937 Flensburg) sind wir bis zur Hafenspitze entlanggeschlendert und haben dabei das Stadtpanorama von Flensburg am anderen Ufer bewundert. Alles sehr nordisch angehaucht! 

Am Westufer der Flensburger Förde ging es wieder in die andere Richtung. An der Schiffbrücke liegt der historische Salondampfer „Alexandra“  aus dem Jahre 1908 vor Anker – ein Wahrzeichen von Flensburg. Gegenüber kehren wir kurz in der Hansens Brauerei ein, um uns bei einem leckeren Schwarzbier zu erfrischen. 

Von dort schlagen wir den Weg in die Norderstraße ein, wo einige Läden die Einkaufsstraße säumen. Witzigerweise hängen hier ganz viele Schuhe – von Turnschuhen bis Pumps – an Bändern befestigt über der Straße. Was es damit wohl auf sich hat? Der aufmerksame Spaziergänger entdeckt auch einige niedliche Katzen Graffitis – süß gemacht! Ein beliebter Fotospot ist mal wieder eine kleine Gasse – der Oluf-Samson-Weg. Kaum zu glauben, dass die niedliche Gasse mit seinen Fachwerkhäuschen einst die Rotlicht-Sündenmeile von Flensburg war.

Museum Phänomenta

Am Ende der Norderstraße am Nordtor befindet sich das Ausprobier-Museum Phänomenta. Wie ihr wisst mögen wir solche wissenschaftlichen Experimentiermuseum sehr (mehr dazu: Deutsche Museen rund um Technik & Wissenschaft) und haben uns sehr gefreut, dass wir noch spontan das Museum besuchen durften. Der erste Museumsbesuch nach langer Zeit! Gut 2 Stunden solltet ihr dafür in etwa einplanen.

Für Kinder ist das Museum echt super aufgebaut, da sie hier ganz viel ausprobieren und auf spielerische Art und Weise lernen können. Es gibt physikalische Experimente zu Mechanik, Optik, Akustik, Geometrie und vieles mehr. Als Erwachsene hatten wir auch unseren Spaß. Allerdings habe ich ehrlich gesagt Erklärungen zu den Experimenten, warum etwas so funktioniert, vermisst.

Museum Phänomenta
Adresse:
Norderstr. 157-163, Nordertor, 24939 Flensburg

Öffnungszeiten: DI-DO 9-16 Uhr, FR-SO 11-18 Uhr, in den Ferien DI-SO 11-18 Uhr
Eintritt: 12 € Erwachsene, 9€ Kinder ab 6, 3€ Kinder 3-6 Jahre
Link: https://www.phaenomenta-flensburg.de

Hafen & City

Im Anschluss sind wir am Westufer der Förde wieder gemütlich zurückgeschlendert – mitten durch den Museumshafen. Entlang des Holzstegs reihen sich historische Segelschiffe und auch ein Nachbau des Flensburger Hafenkrans, der ursprünglich von 1726 bis 1889 in Betrieb war. Daneben liegt die Museumswerft und gegenüber das Schifffahrtmuseum im ehemaligen Zollpackhaus. 

Besonders beliebt scheint hier Ben’s Fischhütte zu sein, da reihen wir uns auch spontan in die Schlange ein und genießen lecker Fischbrötchen mit Frikadelle und Matjes. Köstlich! Kein Tag an der See ohne Fischbrötchen. 😉

Am Yachthafen biegen wir wieder ab in Richtung Innenstadt. Über die Schiffbrückstraße gelangen wir zum hübschen Nordermarkt mit dem Neptunbrunnen. Von hier aus folgen wir der belebten Einkaufsstraße Große Straße und Holm, wo alle bekannten Läden und Modeketten zu finden sind. Meine Entdeckung des Tages ist jedoch ein Laden mit Dänischen Eis – leckeres Softeis für das es sogar ein Salmiak-Topping gibt. Sowas von lecker!! Das Ende bildet der Südermarkt mit der angrenzenden St.Nikolaikirche. 

Rote Straße

Von hier ist es nun nicht mehr weit zu Flensburgs berühmten Roten Straße. Ihr Namensgeber ist nicht etwa die Farbe, sondern der angrenzende Stadtteil Rude (im Dänischen heißt es auch Rudegade). Im Zuge der Altstadtsanierung in den 80er Jahren wurden die kleinen Innenhöfe auf der Westseite mit Geschäften, Gasthöfen und Kunstgalerien wiederbelebt. 

Die Fotos vermittleln einen guten Eindruck von den verschiedenen Höfen, die mich ein wenig an die Hackeschen Höfe in Berlin erinnert haben. Mit viel Liebe zum Detail dekoriert sind sie ein schönes Fotomotiv. Die Läden bieten hauptsächlich verschiedene Kunsthandwerke sowie Spezialitäten an, darunter auch eine Kaffeerösterei, ein Lakritzladen und ein Rumladen. 

Müde vom Laufen haben wir uns schließlich in einem Restaurant am Nordermarkt gestärkt, bevor wir die Rückfahrt angetreten sind. Ein schöner Stadtausflug! Bei mehr Zeit wäre vielleicht auch noch ein Abstecher nach Glücksburg interessant gewesen. 

Eckernförde

Einen halbtägigen Ausflug bei wechselhaften Wetter haben wir schließlich in die über 700 Jahre alte Hafenstadt Eckernförde in der Eckernförder Bucht unternommen. Von Olpenitz sind es nur ca. 30 Autofahrminuten. Da die Stadt Eckernförde selbst auch eine Tourismus Modellregion war, war es hier merklich voller.

Mehr über Eckernförde auf der Tourismusseite: https://www.ostseebad-eckernfoerde.de

Hafenpromenade

Zunächst sind wir am kleinen aber feinen Stadtstrand mit seinen typischen Strandkörben entlanggeschlendert. Unser Ziel war das Ostsee-Infocenter, indem es allerlei Informationen über die Meeresbewohner der Ostsee zu erfahren gibt. In den Aquarien können die Besucher sie dann sogar live bestaunen – zum Teil sogar hautnah zum Streicheln. Leider war der Andrang so groß und es konnten gleichzeitig nur so wenig Leute aufgrund der Hygieneordnung hinein, das wir auf das Erlebnis leider verzichten mussten.

Ostsee Infocenter
Adresse: Jungfernstieg 110 (Am Seesteg), 24340 Eckernförde
Öffnungszeiten: täglich 11-16 Uhr
Eintritt: 5€ Erwachsene, 3€ Kinder
Link: http://www.ostseeinfocenter.de

Stattdessen sind wir durch den Eckernförder Hafen flaniert – vorbei an zahlreichen modernen Yachtbooten und alten Seglern. Witzigerweise stand hier gerade das Segelschiff Loth Lorien vor Anker. Noch im Januar 2020 habe ich auf diesem Schiff im Hamburger Hafen in einer kleinen Koje übernachtet. Mit einem Schiff hat man immer den zentralsten Standort. Zu meiner Freude gab es am Hafen auch wieder das dänische Lakritz-Eis. Juchuh!

Hier könnt ihr eine Übernachtung buchen – mal in Hamburg, mal in Eckernförde:
https://www.booking.com/hotel/de/segelschiff-loth-lorien.de.html *

Städtchen

Vom Hafen sind wir in die Frau-Clara-Straße mit einigen Läden eingekehrt, wo u.a. auch die Bonbonkocherei zu finden ist. Insgesamt war es uns aber einfach zu überlaufen und wir sind auch auf der langen Einkaufsstraße Kieler Straße nicht in Shoppinglaune gekommen. Selbst mit den Restaurants (und hier war sogar schon die Innengastronomie geöffnet) hatten wir Pech. Daher ist es bei diesem kurzen Ausflug geblieben. 

Weitere Ausflugsideen

Wenn das Wetter zwischendurch nicht so regnerisch und kühl gewesen wäre, hätte ich gerne noch einen Ausflug in die Geltinger Bucht unternommen. Hier soll es einen schönen Leuchtturm und schöne Wanderwege durch die Natur geben. Vielleicht habt ihr ja mehr Glück…

Mehr über Geltinger Bucht auf der Tourismusseite: https://www.ostseefjordschlei.de/regionen/geltinger-bucht

Bestimmt ist auch die Hansestadt Kiel (ca. 1 Stunde entfernt), das Ostseebad Glücksburg bei Flensburg mit gleichnamigen Schloss oder ein Abstecher an die Nordsee oder nach Dänemark einen Ausflug wert.

Gastronomie – endlich wieder essen gehen!

Einer der Highlights des Urlaubs war es tatsächlich mal wieder essen zu gehen! Schließlich musste die Gastronomie schon seit November wieder in den 2.Lockdown und so war es umso ungewohnter geöffnete Restaurant-Terrassen und speisende Menschen zu sehen. Wie aus einem anderen Leben! In der Schleiregion war bis dato nur die Außengastronomie erlaubt – das aber ohne Test. An den Tischen standen immer QR-Codes zum Einscannen für die Luca App bereit, so spart man sich die Zettelwirtschaft zur Nachverfolgung. Praktisch!

Unser Frühstück haben wir immer selbst in der Ferienwohnung zubereitet – mit frischen Brötchen und vor allem butterweichen Croissants vom Bäcker nebenan. Zweimal haben wir auch gekocht bzw. Essen mitgenommen. Es war nicht immer einfach spontan einen Platz im Restaurant zu finden – wenig Platzangebot, viele Touristen und dann auch noch unbeständiges Wetter waren nicht immer so eine gute Kombination. Aber ein paar Mal waren wir erfolgreich…