Facts:

  • Mietwagen ab Miami Beach (Hertz / ADAC)
  • 145 km Tagesstrecke: Miami Beach – Islamorada
  • jeweils 135 km Tagesausflug hin und zurück: Islamorada – Key West
  • 2 Übernachtungen auf Islamorada, Florida Keys (Upper Keys)
  • Cottage im Pines & Palms Resort
    http://pinesandpalms.com/

Hotspots:

  • John Pennekamp Coral Reef State Park, Key Largo
  • Wild Bird Sanctuary, Tavernier
  • Sea Turtle Hospital, Marathon
  • Overseas Highway
  • Key West
    • Southernmost Point of the USA
    • Duval Street / Old Town
    • Mallory Square & Dock

Tag 3 – Roadtrip zu den Keys

Der letzte Morgen in Miami Beach ist angebrochen… Heute beginnt der richtige „Roadtrip“ durch Florida und dafür braucht man natürlich ein Auto. Den Mietwagen holen wir direkt an der Hertz Station in Miami Beach in der Nähe der Shoppingmeile Lincoln Road ab. Die Anmietung unseres vorgebuchten Wagens geht unkompliziert und wir bekommen auch hier ein Upgrade auf einen Full Size Car – den Kia Optima.

Tipp: Es empfiehlt sich, seinen Mietwagen erst in Miami Beach anzumieten statt direkt bei Ankunft am Flughafen. So spart man sich nicht nur die Mietwagenkosten für die ersten Tage, sondern vor allem auch die teuren Parkgebühren vor Ort (Valet Parking). Zudem ist die Abholung an einer Station in der Stadt etwas günstiger als am Flughafen.
Wer ADAC-Mitglied ist bekommt gute und günstige Tarife bei Hertz. Bei diesen Angeboten ist auch direkt der Zusatzfahrer mit dabei. Außerdem kann man direkt den „Hertz PlatePass“ für die elektronische Maut-Abrechnung dazu buchen.

Nachdem wir unser Gepäck im Hotel abgeholt haben, cruisen wir mit dem weißen Wagen auch einmal ganz cool selbst über den Ocean Drive, yeah! Dann verlassen wir Miami über den Highway. Das Fahren in den USA ist sehr entspannt. Alle amerikanischen Wagen haben Automatik, daran gewöhnt man sich erstaunlich schnell. Wenn man die Großstadt hinter sich gelassen hat, kann man einfach den Tempomat einstellen (Geschwindigkeitsbegrenzung liegt meist bei 70 mph = 113 km/h) und relaxt zum nächsten Ziel fahren. Nicht wundern, in den USA darf sowohl links als auch rechts überholt werden und Autos haben vorne kein Nummernschild.

Das Frühstück nehmen wir unterwegs bei einem Dunkin‘ Donuts ein. Hier kann man locker mit Ham&Egg Muffins und Co seine Tagesration an Kalorien direkt schon am Morgen aufbrauchen, unglaublich! Aber immerhin stehen überall brav die Kalorien angeschlagen, manchmal sogar sichtbarer als der Preis. Donuts sind übrigens mit unter 1$ unverschämt günstig. Günstig ist auch ein neuer Supermarkt in Amerika, der gleich heimische Gefühle aufkommen lässt – es gibt hier tatsächlich Aldi! Im Sortiment gibt es sogar ein paar deutsche Produkte und Weihnachtsleckereien, witzig! Hier kaufen wir gleich ein paar Vorräte wie Wasser und Cookies für die Fahrt ein, bevor es weitergeht.

Die Florida Keys sind eine Kette von über 200 Koralleninseln an der Südspitze Floridas, die über den Overseas Highway mit mehr als 42 Brücken miteinander verbunden sind. Ein einzigartige Schöpfung der Natur. Nur leider wurden sie vom letzten Hurrikan Irma im September 2017 stark getroffen und verwüstet. Anfang November, nur 2 Wochen vor Beginn unserer Reise, sind die Keys erst wieder für Touristen zugänglich. Wir haben lange überlegt, ob wir unsere Route nicht lieber ändern sollten, haben uns dann aber zum Glück doch für einen Besuch der Keys entschieden. Auch wenn die Hurrikanschäden allgegenwärtig, die Straßenränder noch voller Schutt und umgestürzter Bäume sind, so konnten uns die Florida Keys und ihre freundlichen Bewohner dennoch begeistern.

Auf der ersten Insel, Key Largo, holen wir uns in einem kleinen „Tourist Info“ Lädchen eine Karte und bekommen gratis dazu noch eine freundliche Beratung, was es alles Sehenswertes auf den Keys gibt und was leider noch wegen Irma geschlossen ist. Gerade wieder eröffnet ist der John Pennekamp Coral Reef State Park (5$ Eintritt mit Hurrikanrabatt). Nur zu schade, dass das Glasbodenboot nicht zum Korallenriff hinausfährt… aber dennoch ist es wunderschön an dem kleinen Strand, wo gerade ein Ibis entlangstolziert. Ein kleiner Wanderweg führt durch das Grün der Mangroven und Hammocks (Inselchen aus Holzgeäst) und wer genau hinschaut, entdeckt, dass einige Äste sich in Wirklichkeit als Eidechsen entpuppen. Auf der Weiterfahrt halten wir auch kurzen am hübschen Hafen von Key Largo an.

Als nächstes besuchen wir das Wild Bird Sanctuary in Tavernier. Hier werden alle Arten von Vögeln, die verletzt aufgefunden worden sind, versorgt und wieder aufgepeppelt. Wer gar nicht mehr fliegen kann, findet hier auch ein permanentes neues Zuhause. Es gibt zahlreiche einheimische Vogelarten zu sehen – Adler, Habicht, Eule, Geier, Pelikan, Ibis, Blue Jay und viele mehr. Ein paar freilaufende Vögel laufen einem auch schon mal über den Weg. Sehr sehenswert und eine gute Sache!

Tipp: Das Laura Quinn Wild Bird Sanctuary befindet sich in „2815, 93600 Overseas Highway, Tavernier, FL 33070“ und hat jeden Tag von Sonnenauf- bis untergang geöffnet. Die Aufzuchtsstation kann man kostenlos besichtigen, aber eine kleine Spende ist auf jeden Fall angebracht.Sie ist es auch wert, denn hier wird sich ehrenamtlich mit viel Liebe um die verletzten Tierchen gekümmert.
http://www.wildbirdsanctuary.com/
http://www.keepthemflying.org/

Am frühen Abend erreichen wir schließlich Islamorada auf den Upper Keys. Hier haben wir zwei Nächte im Pines & Palms Resort gebucht. Die Unterkunft ist wirklich ein Glücksgriff – wir werden herzlich empfangen und mit Restauranttipps versorgt. Unser buntes Cottage (samt Wohnzimmer und kleiner Küche) ist liebevoll eingerichtet und das Resort direkt am Meer unter Palmen ist ein Traum! Ein kleiner Wermutstropfen sind nur die letzten Hurrikanschäden – Pool und Bootssteg hat es leider erwischt, aber es wird schon alles fleißig repariert, der Sand ist sorgsam wieder aufgeschüttet und die Pool Bar eröffnet. Hier probieren wir auch direkt ein lokales Bier und einen Daiquiri aus.

Am Abend folgen wir dem Restauranttipp und gehen ins Green Turtle Inn vor Ort. Das Restaurant ist etwas hochpreisiger, aber das Essen schmeckt hervorragend und ist besonders für seinen frischen Fisch bekannt. Schließlich ist Islamorada auch die Hochburg der Hochseeangler. Unser Yellow Tail Snapper war auf jeden Fall köstlich! Bevor wir müde in unser Bett fallen, legen wir uns abends noch ein Weilchen auf die Liegen am Strand und schauen in den klaren Sternenhimmel.

Pines and Palms Resort bei Nacht Islamorada
Pines and Palms Resort bei Nacht
Sternenhimmel über Islamorada
Sternenhimmel über Islamorada

Tag 4 – Einmal Key West und zurück

Am nächsten Morgen sind wir wieder einmal vor Sonnenaufgang wach und eilen hinunter zum Strand, der zum Glück nur wenige Schritte von unserer Hütte entfernt ist. An diesem Morgen fotografiere ich wohl die stimmungsvollsten Bilder der ganzen Reise – Palmen Silhouetten vor goldenem Morgenhimmel und die über dem Meer aufgehende Sonne mit Pelikanen im Bild. In echt war es noch besser… einfach atemberaubend schön! ♥

Sonnenaufgang über Islamorada

Frühstücken kann man am besten im fröhlich-bunten Midway Café, was gleich um die Ecke liegt. Hier gibt es alles, was das amerikanische Frühstücksherz begehrt, auch Pancakes und leckeren Kaffee. Gut gestärkt starten wir unsere Ausflugstour über die südlichen Keys. Erster Halt ist Robbie’s Marina auf Islamorada, wo es verschiedene Marktstände mit viel Krimskrams gibt, etwas Hippie-like. Attraktion sind hier normalerweise die Tarpune, die man selbst füttern kann, doch zur Zeit tummeln sich nur Pelikane am Steg herum.

Wir fahren weiter über den Overseas Highway, der über zahlreiche Brücken führt. An diesen Stellen erkennt man erst, dass man tatsächlich mitten durch den Ozean fährt, wirklich faszinierend. Die längste Brücke ist die Seven Miles Bridge mit 10 888 m, neben der eine alte Ruine einer Eisenbahnstrecke verläuft.

Overseas Highway
Overseas Highway

Vorher legen wir noch einen Stop in Marathon ein, denn hier gibt es ein ganz besonderes Highlight – das Sea Turtle Hospital, ein Krankenhaus speziell für Wasserschildkröten. Kranke oder verletzte Tiere werden hier versorgt, operiert, aufgepeppelt und wieder in die Freiheit entlassen. Bei einer Führung erfahren wir viel über die verschiedenen Arten von Wasserschildkröten, ihre Lebensumgebung und welchen Gefahren sie ausgesetzt sind (Stichwort Umweltverschmutzung der Meere). Der Höhepunkt sind natürlich die Patienten, die fröhlich durch die großen Wasserbecken direkt vor unserer Nase schwimmen und nach dem zugeworfenem Futter schnappen. Soooo süß!! Jede hat einen Namen auf dem Panzer stehen und unser Guide erzäht liebevoll und detailliert jede einzelne Geschichte.

Tipp: Das Sea Turtle Hospital befindet sich in „2396 Overseas Highway, Marathon, FL 33050“. Jede volle Stunde von 9-16 Uhr finden 90minütige Touren durch die Aufzuchtsstation statt (allein darf man nicht hineingehen). Pro Person kostet es 25$. Die Vorträge sind sehr informativ und edukativ, vor allem sieht man aber die vielen Wasserschildkröten aus nächster Nähe. Absolut lohnenswert!
http://www.turtlehospital.org/

Im Sea Turtle Hospital in Marathon
Im Sea Turtle Hospital

Unser letztes Ziel ist die südlichste und ausgefallenste Insel der Keys – Key West. Der Abstecher lohnt alleine schon, um all die wunderschönen pastellfarbenen Holzhäuschen im Conch-Stil zu bestaunen, eins schöner als das andere. So ein Häuschen hätte ich auch gerne… 🙂 Die Stadt ist per Fuß gut zu durchlaufen (alternativ gibt es den Conch-Tour-Train), so kann man in aller Ruhe den besonderen Flair der Stadt genießen und viele Fotos schießen.

Die erste Sehenswürdigkeit ist der Southernmost Point of the Continental U.S.A. Von diesem Punkt aus sind es nur noch 90 Meilen (ca. 145 km) bis nach Kuba. Der frischgestrichene Meilenstein ist DAS Fotomotiv in Key West und so hat sich davor auch schon eine Menschenschlange gebildet. Das Warten läuft aber total organisiert ab und wie selbstverständlich fotografiert immer der Hintermann den Vordermann, toll. Das Fotomotiv darf in keinem Florida-Album fehlen.

Am Southernmost Point of USA in Key West
Am Southernmost Point of USA in Key West

Danach schlendern wir über die belebte Duval Street, der Einkaufs-und Ausgehmeile von Key West. Im Old Town kann man Key Lime Pie (eine Kuchenspezialität der Keys) probieren, in allen möglichen „southernmost“ Läden und Bars einkehren oder einfach nur die schönen Häuschen bewundern. Am Ende gelangt man zum Dock, wo auch Kreuzfahrtschiffe anlegen, und dem beliebten Mallory Square. Hier bespaßen viele Straßenkünstler die Gäste. Berühmt ist der Platz auch für seine Sonnenuntergänge, die hier angeblich mit Applaus gefeiert werden. Aber so lange möchten wir nicht mehr bleiben und gehen über die Whitehead Street wieder zurück, vorbei am „Mile Marker 0“ und dem Ernest Hemingway Haus.

Mit dem Auto fahren wir im Dunkeln zurück über den Overseas Highway und halten unterwegs noch an einem typisch amerikanischen Diner an, um einen Cesar’s Salad und eine Pizza vom „Tortenblech“ zu essen, hier ist alles etwas überdimensioniert. Spätabends sind wir wieder zurück in unserer geliebten Strandhütte, ein langer und erlebnisreicher Tag geht zu Ende.

Mile Marker 0 in Key West
Mile Marker 0

Tipp: Islamorada ist eine ideale Ausgangsbasis für alle, die wie wir nur kurz auf den Keys bleiben. Von Miami aus benötigt man nur gut 2 Fahrstunden (statt fast 4 Fahrstunden nach Key West) und kann lieber noch interessante Zwischenstopps einlegen. Auch für die Planung des nächsten Ziels, die Everglades, spart man sich eine lange Rückfahrt. Wer jedoch länger auf den Keys verweilt, kann auch gut in Key West übernachten. Mehr Infos über die Florida Keys und seine Sehenswürdigkeiten findet ihr auf http://fla-keys.de/

 


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Bald geht es weiter zu den Everglades…
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